Markerschütterndes e-Moll schlägt einem entgegen, wenn der Eingangschor von Johann Sebastian Bachs Matthäuspassion ertönt. Was in rezitativisch vorgetragenen Jesusworten, Arien, Chorälen und den großen Chören folgt, ist die in drei Stunden auskomponierte Passion Christi nach Matthäus. Bach schreibt eine Musik, die nicht nur mit feinem psychologischem Gespür die Figuren der berühmtesten Geschichte der Welt musikalisch konturiert und sie – durch die Aufstellung des Werks mit doppeltem Chor und Orchester – trotz der konzertanten Form wahrhaft theatral in Szene setzt, sondern durch ihre emotionale Tiefgründigkeit und Intensität auch 300 Jahre später noch zu Tränen rührt. Spätestens, wenn nach dem Tod des Erlösers die Masse der Anwesenden erkennt „Wahrlich, dieser ist Gottes Sohn gewesen!“ kann sich niemand von uns Heutigen mehr entziehen.
Matthias Helferich, Mitglied des Bundestags
7.04.2026





