Mit Elias, seinem Oratorium nach Worten des Alten Testaments, vertont Felix Mendelssohn Bartholdy eine Episode aus der Zeit der Propheten: Das Volk Israel ist dem Herrn abtrünnig und gibt sich einem Götzenkult hin. Elias, der sowohl als sanftmütiger Weiser als auch als rachsüchtiger Despot auftritt, bekehrt es wieder zum rechtwahren Glauben. Mendelssohn kreiert in den großen Szenen, die den Propheten des Herrn dem verirrten und fehlgeleiteten Volk gegenüberstellt, Momente höchster Intimität und größter Dramatik. Er lässt das Land vertrocknen und wieder aufblühen, tote Kinder zum Leben erwecken und Gesandte des Herrn in Feuerflammen gen Himmel auffahren.
Wer sich zum wahren Glauben bekennt, wird Heil und Erlösung finden, auch wenn auf dem Weg dahin der strafende, aber gerechte Gott Land und Volk verheert. Die Tenorarie im ersten Teil dieses Gipfelwerks romantischer Kirchenmusik verdeutlicht die zentrale Botschaft Gottes: „So Ihr mich von ganzem Herzen suchet, so will ich mich finden lassen!“







