Zahlreiche Einrichtungen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und der Staatlichen Museen zu Berlin laden heute zum „Tag der Provenienzforschung“.
Die Provenienzforschung versucht die Herkunft eines Kulturguts zu ermitteln. Nicht selten folgt auf diesen Schritt die Restitution des Kulturguts. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn das Kulturgut seinem ursprünglichen Eigentümer vermeintlich verbrecherisch entzogen wurde.
Leider hat die etablierte Provenienzforschung den wissenschaftlichen Fokus verschoben:
Nicht das Kulturgut steht im Vordergrund. Es geht um die Feststellung von Schuld, bei kolonialen Kulturgütern, zuvorderst weißer Schuld.
Die Wissenschaft schwingt sich zum moralischen Richter auf und bewertet den Erwerb von Kolonialgütern nach heutigen Maßstäben. Dabei wird stets dieselbe Täter-Opfer-Schablone auf unsere Kolonialgeschichte angelegt.
Dass die Restitution im Sinne einer moralischen Wiedergutmachung sehr oft scheitert, zeigt insbesondere der Fall der Benin-Bronzen:
Am „Tag der Provenienzforschung“ stellt sich jedoch auch die Frage, wann wir Deutschen all jene Kunst- und Kulturgüter zurückfordern, die uns geraubt wurden.
Hierfür bräuchte es aber ein kulturelles Selbstbewusstsein, was eben jene Provenienzforschung zu bekämpfen versucht.







