Ludwig van Beethoven war der revolutionärste Komponist der Wiener Klassik. Sein kompositorisches Schaffen erstrecke sich auf alle Formen und Gattungen seiner Zeit und er hat bei Symphonie, Sonate, Streichquartett und Solokonzert Maßstäbe gesetzt, die ihresgleichen suchen. Zugleich trieb Beethoven ein unbedingter Wille zum Überwinden der musikalischen (und sozialen) Konventionen an. Das beste Beispiel für dieses innere Kettensprengertum ist wohl seine 3. Symphonie, die er zunächst – in Anerkennung für die republikanischen Ideale Napoleons – Bonaparte nannte, diese Widmung nach dessen Selbstkrönung zum Kaiser Frankreichs dann aber durch den metaphysischeren Titel Eroica ersetzte. Das Pathos jedenfalls sprüht aus jedem der vier Sätze des Jahrhundertwerks.
Nie zuvor ist eine Symphonie mit fast einstündiger Dauer, drei anstatt zwei besetzten Hörnern, derartiger Intensität und kompositorischer Originalität geschrieben worden: Hier wird wahres Heldentum musikalisch in Szene gesetzt, das jeden offenherzigen Hörer zu Höherem beruft und vielleicht zu eigenen heldischen Taten inspiriert. Mit Beethovens Dritter beginnt ein neues Zeitalter der Symphonik.







