Die Bibliothek des Konservatismus (BdK) ist einmalig in Europa: Keine andere Bibliothek widmet sich speziell dem Thema Konservatismus wie die BdK. Mit einem Bestand von rund 42.000 Werken bildet sie einen wichtigen Ort des Wissens und der Forschung im Bereich konservativer Geistesgeschichte.
Eine Ausrichtung, die nicht allen zu gefallen scheint: So hat der Gemeinsame Bibliotheksverbund (GBV) die Bibliothek für Konservatismus aus ihrem Verbund geworfen. Während der GBV den Sachverhalt als einfache Kündigung eines zivilrechtlichen Vertrags darzustellen versucht, wirft der Vorgang Fragen nach dem staatlichen Einfluss auf Informationszugang auf.
Denn der Gemeinsame Bibliotheksverbund gründet auf einem Verwaltungsabkommen von sieben Bundesländern sowie der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und liegt in staatlicher Hand. In seinem Recherchesystem bündelt er die Einzelbestände der Mitgliedsbibliotheken. Über eine zentralisierte Suche können gleichzeitig alle Bibliotheksbestände abgefragt und die gesuchten Werke bibliotheksübergreifend aufgerufen werden. Damit leisten staatliche Verbünde wie der GBV einen wichtigen Beitrag zur Wissenschaft, verfügen jedoch zeitgleich über eine Art Monopolstellung im Bereich der Literaturrecherche.
Gerade Forschungs- und Spezialbibliotheken wie die Bibliothek des Konservatismus sind auf diese Sichtbarkeit angewiesen. Durch die Entfernung der BdK aus dem Gemeinsamen Bibliotheksverbund tauchen die Werke der BdK in den Suchen des Verbundes nicht mehr auf und werden somit für eine breite Öffentlichkeit unsichtbar.
Zu Recht beklagt deshalb das Netzwerk Wissenschaftsfreiheit – dem über 700 Wissenschaftler angehören – im Fall der Bibliothek des Konservatismus „einen schwerwiegenden Eingriff in (…) die Wissenschaftsfreiheit“. BdK-Leiter Dr. Wolfgang Fenske sieht in dem politisch motivierten Ausschluss eine Verletzung der Grundrechtsbindung des staatlichen Bibliotheksverbunds und hat angekündigt, weiter auf eine Wiederaufnahme in den Verbund zu klagen.
Matthias Helferich – Mitglied im Kultur- und Medienausschuss des Deutschen Bundestags – konstatiert hierzu:
„Das Canceln der Bibliothek des Konservatismus ist ein weiterer Schlag im Kulturkampf gegen Rechts. Für unsere Freiheiten und Ansichten müssen wir streiten. Deshalb begrüße ich die klare Haltung der BdK und wünsche ihnen viel Erfolg für die weitere gerichtliche Auseinandersetzung.“
Wer seinen Teil zur Verteidigung der Wissenschaftsfreiheit und zur wichtigen Arbeit der Bibliothek des Konservatismus beitragen möchte, dem sei eine Spende an die Förderstiftung Konservative Bildung und Forschung anempfohlen (https://www.bdk-berlin.org/spenden/).







