Zwischen 1897 und 1907 stemmte Gustav Mahler jeden Sommer das Pensum, in den Ferien parallel zu seiner Tätigkeit als Intendant und Chefdirigent der Wiener Hofoper, eine neue Symphonie zu komponieren und damit jedes Mal einen eigenen musikalischen Kosmos zu schaffen. Mit seiner Achten stieß er schließlich in galaktische Sphären vor: Mahlers Komposition ist nominell eine Symphonie – mit ihren gigantischen Ausmaßen, die ein sehr groß besetztes Orchester, Fernorchester, zwei große gemischte Chöre, Kinderchor und sieben Gesangssolisten umfassen, handelt es sich bei der Symphonie der Tausend, wie man das Werk später benannte, aber eigentlich um ein Oratorium. Im ersten Teil vertont der Komponist den antiken Hymnus „Veni Creator Spiritus“, im Zweiten dann das apotheotische Finale aus Goethes Faust II.
Die im wahrsten Sinne des Wortes galaktische, bisher gekannte Rahmen von Intensität, harmonischer Komplexität, orchestraler Farbigkeit und Dramatik sprengende Musik öffnet einen kurzen Moment das Tor zum Universum.







