Im April 1945 eroberten britische und US-amerikanische Truppen jenes Gebiet, welches heute das Bundesland Nordrhein-Westfalen bildet. Auch die kleine Stadt Büren wurde von westalliierten Truppen besetzt. Im Zuge dessen drangen amerikanische GIs in das Schloss Graffeln ein und beschlagnahmten es im Juni 1945 vollständig. Hermann Freiherr von Wolff-Metternich, der zu jener Zeit in Graffeln lebte, berichtete von der Vertreibung der Bewohner und den anschließenden Kunstrauben.
Schloss Graffeln steht exemplarisch für die Faszination, die deutsche Schlösser auf amerikanische Kunsträuber in Uniform ausübten. Sie wurden aufgrund ihrer Fülle an Kunstschätzen regelrecht zum Selbstbedienungsladen. Zahlreiche Gemälde, Taschenuhren und Kleinkunstgegenstände wurden von den Amerikanern entwendet. Der größte Coup gelang den Dieben mit der Mitnahme eines wertvollen Gemäldes, das eine auf Kupfer gemalte Golgathaszene zeigte.
Das wahre Ausmaß des Diebstahls auf Schloss Graffeln lässt sich kaum beziffern, da die Sammlungen nicht dokumentiert und inventarisiert wurden. Bis heute sind nahezu alle geraubten Kunstschätze unauffindbar.
Quellenangaben:
Text: Hüttel, Richard: Steal and Deal (2026) S. 14 f.
Bild: KI-generierte Illustration auf Grundlage historischer Aufzeichnungen des Kunstraubs auf Schloss Graffeln







