Falsch.
Die emeritierte Ethnologie-Professorin Hauser-Schäublin erklärte hierzu in der Neuen Züricher Zeitung im Mai 2023:
„Die ethnologische Provenienzforschung sucht ausschließlich nach Zeugnissen kolonialer Greuel, identifiziert Täter und Opfer nach einem Schwarz-Weiß-Muster, verwendet vorbelastete Begriffe und bewertet selbstgerecht Maßstäbe des 21. Jahrhunderts. Einer differenzierten Betrachtung der Lebensgeschichte von Objekten seit ihrer Entstehung fühlt sie sich nicht verpflichtet.“
Insofern geht es bei Restitutionsdebatten nicht um die Eigentümerschaft der Herkunft des Kulturguts, da diese meist überhaupt nicht feststellbar ist (anders als bei NS-Raubkunst). Es geht den Postkolonialisten um die Aufladung des Kulturguts als Symbol „weißer Schuld“.
Die Restitution wird als Akt der moralischen Selbsterhöhung zelebriert, der in den afrikanischen Herkunftsländern nicht selten auf Unverständnis stößt.







