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Soziale Medien

Unsere Heimat baukulturell bewahren

Matthias Helferich, Mitglied des Bundestags

30.03.2026

Bauen mit Mehrwert erschöpft sich nicht im schnellen Zählen neuer Wohneinheiten.

Wo allein Tempo, Kostendruck, Flächenertrag und Energieeffizienzauflagen regieren, entsteht oft Architektur ohne Gesicht.

Hierin liegt eines der größten Probleme gegenwärtiger deutscher Baukultur:

Zwar wird gebaut, doch selten so, dass Orte mit Charakter, Würde und Wiedererkennbarkeit entstehen.

 

Identität wächst allerdings nur dort, wo Häuser mehr sind als funktionale Hüllen – wo Fassaden, Proportionen und Stadträume eine Beziehung zum Menschen stiften.

Wer überall dieselben glatten Zweckformen, dieselben rasterhaften Fensterreihen und dieselbe gestaltungsarme und indes seelenlosechternheit errichtet, produziert Austauschbarkeit.

Sie macht Städte kalt, beliebig und ästhetisch arm.

Damit verliert die Umgebung ihre kulturelle Sprache.

 

Schöne und qualitätvolle Architektur dagegen stiftet Zugehörigkeit.

Sie verankert Menschen in ihrem Wohnort, sorgt sowohl für über-/regionales Bewusstsein als auch geschichtliche Kontinuität.

Sie macht Siedlungen wieder zur Stadt, anonymes Nebeneinander wieder zu Nachbarschaft – aus einem tristen Wirtschaftsstandort ein von Geist geprägtes Vaterland.

Gestalterische Qualität im Bauen ist deshalb keine als Luxus abzutuende Nebensache, sondern eine soziale Notwendigkeit.

 

Diverse Studien belegen durch alle Bevölkerungs- und Altersgruppen hinweg, dass reichhaltig ausgestaltete, klassische Bauwerke dem aufs Mindeste vereinfachten Stil modernistisch geprägter und international gehuldigter Bewegungen, wie beispielsweise dem Bauhaus, bevorzugt werden.

Der Mensch lebt nicht von Funktion allein.

 

Denn: Was identitätslos gebaut wird, bleibt innerlich fremd.

Was aber mit menschlichem Maß, bewährter Ordnung und Sinn für Schönheit, über die reine, zweckgebundene Nutzbarkeit hinaus entsteht, hebt nicht nur die objektive Qualität des Stadtbildes, sondern ebenso die bewusste als auch unterbewusste Wahrnehmung und damit das persönliche Wohlbefinden eines jeden Einzelnen.

Ein kollektives Gemeinschaftsgefühl durch Form gründet sich letztlich im gemeinsamen Erleben historisch-kulturell gewachsenen Charakters, nicht dem stumpfen Konsum bloßen Zweckraumes.

In der konstruierten Umwelt wirkt dies als omnipräsente, wesensstiftende Konstante – oder eben nicht.

 

Die entscheidende Frage für die Zukunft unseres Bauens lautet daher nicht nur, wie ökonomisch und -logisch wir bauen, sondern ob wir wieder den Anspruch haben, lebendige und unverwechselbare Orte, welche nicht einzig temporären Aufenthaltsort, sondern eine kontinuierliche Heimat schaffen, herzustellen.

In diesem Sinne: Für mehr Mut zum Eigenen!

Ihr

Matthias Helferich