An ihm kommt kein Liebhaber der klassischen Musik vorbei. Mehr als ein halbes Jahrhundert stand er auf der Bühne. 300 Millionen verkaufte Tonträger tragen seinen Namen. Gemeint ist Jahrhundertdirigent Herbert von Karajan.
In seiner neuen Biographie Herbert von Karajans widerspricht der Historiker Michael Wolffsohn ausdrücklich den modernen Bilderstürmern, die aus der Dirigentenlegende einen glühenden Nationalsozialisten oder sogar SD-Agenten machen wollten.
Davon angesteckt, hatte im Jahr 2023 die Generalintendantin am Theater Aachen, Elena Tzavara, eine Büste Karajans entfernen lassen. Karajan war von 1955 bis 1989 Chefdirigent der Berliner Philharmoniker. Seine Karriere begann er in den 1930er Jahren als Kapellmeister am Stadttheater Aachen.
Das Aachener Beispiel zeigt welche zerstörerische Wirkung der Schuldstolz auf unser kulturelles Erbe hat. Wir müssen wachsam sein, damit die Bilderstürmer nicht noch mehr Schaden anrichten.
Bild: Guerinf, „Vienne-Opéra (13) – Herbert-von-Karajan-Büste in der Wiener Staatsoper“ (2017), Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0), bearbeitet (Zuschnitt/Zoom/Text)







