129 Mann im Orchester, eine musikalische Naturschilderung beispiellosen Rangs und eine Selbstüberwindungs-Metaebene, die in Nietzsches Antichrist und Zarathustra seine Inspiration findet: Richard Strauss` Alpensinfonie ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Gipfelwerk der spätromantischen Orchesterliteratur. Die inmitten des Ersten Weltkrieges 1915 uraufgeführte Symphonische Dichtung monumentalen Ausmaßes schildert den Weg eines Bergsteigers vom noch nächtlichen Beginn seines Aufstiegs bis zur berauschenden Gipfelerfahrung – und wieder zurück ins Tal. Dabei setzt Strauss` Musik in den schillerndsten Klangfarben, harmonisch waghalsigsten Tonkonstruktionen und gleißendsten Orchesteremphasen nicht nur die Kraft der Naturerfahrung in Szene. Auch den Appell für die innere Bergbesteigung, das Sich-selbst-Überwinden und dazu, durch Anstrengung zu Höherem zu gelangen, unterlegt der Komponist seinem Werk. Geh raus und werde zum Übermenschen!
Matthias Helferich, Mitglied des Bundestags
31.03.2026





