Karl Friedrich Schinkels Bauakademie war seit ihrer Fertigstellung 1836 ein identitätsstiftendes Element des Berliner Stadtkerns.
Sie wurde im Zweiten Weltkrieg beschädigt und dann 1962 im Zuge der Abrisswut des SED-Regimes abgebrochen, trotz internationaler Proteste und einer gut erhaltenen, tragenden Bausubstanz.
Lange Zeit gab es keinerlei politische Bestrebungen zur Wiederherstellung des Gebäudes.
Erst 1999 beschloss der Berliner Senat im Rahmen des „Planwerks Innenstadt“ den weitgehend originalgetreuen Wiederaufbau.
Schinkels Bauakademie sollte künftig neben dem Berliner Stadtschloss wieder als charakteristischer Baustein der historischen Mitte dienen.
Ganze 17 Jahre später, in 2016, erfolgte die Bereitstellung von 62 Mio. Euro für das Bauvorhaben durch den Haushaltsausschuss des Bundes.
Mit der Gründung der „Bundesstiftung Bauakademie“ im Jahr 2019 als Trägerstiftung begann ein langwieriger Prozess zur Gestaltungsfindung.
Statt unseres baukulturellen Erbes standen Innovation, Klimagerechtigkeit und eine moderne Gestaltung im Fokus. Hiermit wollte man den Betrachter an die „Transformation des Bauwesens“ heranführen.
Letztlich fasste das Berliner Abgeordnetenhaus jedoch im Dezember 2024 einen Beschluss, nach welchem sich der Senat für eine am Original orientierte Fassadengestalt einsetzen sollte, nachdem der Bundestag im selben Jahr noch einen Antrag der AfD auf historische Rekonstruktion ablehnte.
Nun ist der Berliner Senat am 20. Januar 2026 dem Willen der Abgeordneten nachgekommen. Laut Beschluss sind einige der verbindlichen Vorgaben für den Wettbewerb des Neubaus unter anderem:
• die Orientierung am Schinkelschen Original
• die Verwendung spezifischer baukünstlerischer Gliederungselemente
• das Verwenden historischer Ziegel
Was dabei konkret in den Wettbewerbsentwürfen hervorgebracht werden wird, bleibt vorerst offen — ebenso, wie sehr der Siegerentwurf dem Original letztlich ähnelt.
Anzuzweifeln ist, dass das damals beschlossene Budget heute noch ausreicht.
Eine AfD-geführte Regierung hätte ein solch wichtiges Vorhaben deutlich früher realisiert.
Über 80 Jahre nach der Bombardierung und 25 Jahren des staatlichen Zögerns besteht nun ernsthaft die Hoffnung, dass dieses Stück deutscher Baukunst bald wieder in voller Pracht seinen rechtmäßigen geschichtlichen Platz schmücken wird.
Bild: Eduard Gaertner, “Die Bauakademie” (1868), Wikimedia Commons (Public Domain), bearbeitet (Zuschnitt/Zoom/Text)







